Gemeindechronik

Unser Heimatort Schlitters hat eine bemerkenswerte historische Geschichte aufzuweisen. Im Jahre 931 wird Schlitters als "Slitteres" erstmals urkundlich erwähnt; somit ist Schlitters einer der ältesten Orte des Zillertales. Historiker weisen darauf hin, dass Schlitters dem Namen nach jedoch bereits in vorrömischer Zeit (also schon vor Christi Geburt) besiedelt war.

Über die Besiedelung des Zillertales schreibt Hans Mair, SchIern-Schriften 260:

"Die ältesten Bewohner von Nordtirol und damit auch des Zillertales waren nach der heutigen Ansicht die indogermanischen Illyrer. Als illyrisch gelten die Namen Schlitters, Stumm, Uderns,Fügen, Ziller. Um die Zeitwende eroberten die Römer die Ostalpenländer. Unser Gebiet gehörte zur römischen Provinz Raetia. Die illyrischen Bewohner wurden romanisiert, d. h. an die Stelle der illyrischen Sprache trat ein lateinischer Dialekt. Die germanischen Baiern (Baiwaren, Bajuwaren) drangen wohl noch im 6. Jh. auch in das Zillertal ein. Die romanisierten Illyrer gingen in ihnen auf, und die bairische Mundart der deutschen Sprache wurde die Sprache aller Bewohner. Das Zillertal gehörte zum Herzogtum Baiern und damit zum Frankenreich.

Im Verlauf der Geschichte war das Zillertal immer wieder ein geschichtlich umstrittenes Gebiet. Besonders durch Schenkungen im Jahre 889 bekam das Erzstift Salzburg reichen Grundbesitz im Zillertal. Schlitters jedoch war immer "tirolisch".

Unser Heimatort Schlitters hatte schon in frühen Zeiten seinen eigenen Adel "Die Edlen von Schlitters". Die so genannten Ritter von Schlitters, abstammend vom Geschlecht der Kienberger Adelsherren aus Oberbayern, waren im Hochmittelalter ein hochangesehenes Geschlecht, Dienstmannen der Grafen von Andechs. Dieses Geschlecht hatte große Besitztümer; sie erstreckten sich bis zur bayrischen Grenze.

In einer Schenkungsurkunde, in der der Erzbischof Adalbert von Salzburg seinem Lehensmann Rafold die Besitzungen zu Schlitters übergibt, scheint Schlitters 931 urkundlich erstmals auf. Auf dieser Schenkungsurkunde geht auch hervor, dass dieses Geschlecht schon vor 931 in Schlitters ansässig war.


Auszug aus der Scenkungsurkunde Nt. 82 DES SUB I, Seite 143, CODEX ODALBERTI (923 - 935):


Im Jahre 1112 oder auch etwas später vermachten die Herren von Schlitters, Dietrich, Gerwin und Heinrich an die Benediktinerabtei in St. Georgenberg in der Urkunde "locus et lacus, qui Emaus ap- pellatur" das gesamte Achental. Die Schenkung umfaßt das Gebiet vom Bach "Wanchrad" (zwischen Maurach und Eben) bis zum Pittenbach im Norden (an der tirolisch-bayrischen Grenze) mit dem Achensee, mit der Buchau und dem Hardberg (später Prechatberg genannt). In der Schenkung waren die Menschen, die Berge und Täler mit Wäldern und Weiden und die Baulichkeiten inbegriffen.

Als Dank für diese großzügige Stiftung begehrten die Edlen von Schlitters das Begräbnis auf St. Georgenberg. Leider sind ihre Grabsteine durch die mehrmaligen Feuersbrünste, die St. Georgenberg immer wieder zerstörten, gänzlich verloren gegangen.

Siegel auf der Schenkungsurkunde
des Heinrich von Schlitters.
(Schenkung zwischen 1120 - 1140 an
St. Georgenberg).

Dieses Siegel ist zugleich das älteste
Konventsiegel des Stiftes Fiecht!

 

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